Das Museum wurde 1978 von Paul Muggler als weltweit eines der ersten Evolutionsmuseen gegründet. Grundlage dafür bildeten seine Publikationen "Panoramen der kulturgeschichtlichen Entwicklung" und seine Ausstellungen, die er zuvor in der ganzen Schweiz präsentiert hatte. 1987 errichtete Paul Muggler als Trägerschaft eine gemeinnützige Stiftung unter Aufsicht des Kantons Zürich und schenkte dieser das umfangreiche private Sammlungsgut. Das KULTURAMA wird seit 1996 von Dr. phil. Claudia Rütsche geleitet.
Das KULTURAMA wird mitfinanziert vom Schuldepartement der Stadt Zürich und der Bildungsdirektion des Kantons Zürich.
Stadträtin Monika Weber überreicht im Namen des Stadtrats von Zürich KULTURAMA-Gründer Paul Muggler an seinem 88. Geburtstag die Ehrenmedaille für sein Lebenswerk und ernennt ihn zum "Ehrenlehrer der Stadtzürcher Volksschule".
September 2005
Zum Tod von KULTURAMA-Gründer Paul Muggler
Am 17. November 2006 ist Paul Muggler im Alter von 89 Jahren verstorben. Bis zuletzt hat er sich intensiv für die Entwicklung des 1978 von ihm gegründeten und 1987 in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelten Museums Kulturama interessiert und Ideen für neue Sonderausstellungen eingebracht. Paul Muggler war ein aussergewöhnlich vielseitiger und schöpferischer Mensch. Zur Gründung eines eigenen Museums kam er über Umwege im Alter von über 60 Jahren. Seine erste Ausbildung machte er in der Fliegerei, leistete Aktivdienst bei den Fliegertruppen und machte schliesslich ein Studium als Maschineningenieur. Muggler war technischer Direktor, dann machte er sich als Unternehmer selbständig. Er meldete über hundert Erfindungen zum Patent an und eröffnete anfangs der 60er Jahre ein Geschäft für Lehrmittel. Damals entstand die Idee, ein didaktisches Panorama der menschlichen Entwicklung zu entwerfen, das er dann ab 1971 publizierte. Als Fachhörer an Uni und ETH, als Autodidakt sowie durch freundschaftliche Beziehungen mit Wissenschaftern bildete er sich permanent weiter. Paul Muggler begann ab 1968 paläontologische Exkursionen durchzuführen (es wurden über 800) und eine Sammlung aufzubauen, die zu den umfangreichsten Privatsammlungen der Schweiz zählt. Nach Durchführung von Wanderausstellungen ab 1973 in der ganzen Schweiz zu den Themen „Der Mensch in der Urzeit“ und „Der Mensch – von der Zeugung bis zum Tod“ entschloss er sich, ermutigt durch die positiven Rückmeldungen aus pädagogischen Kreisen, zur Gründung des ab 1978 permanenten Museums Kulturama. Er hielt unzählige Vorträge und Museumsführungen, machte Aus- und Weiterbildungen für Lehrkräfte am damaligen Oberseminar, gründete einen „Kulturzirkel“ und publizierte Schriften und Artikel zu naturwissenschaftlichen und kulturhistorischen Themen.
Paul Muggler war mit seinen Ideen der niederschwelligen Wissensvermittlung an ein breites Publikum und mit seinen Themen der Evolution oder der biologischen Aufklärung seiner Zeit voraus und es wurden ihm als Quereinsteiger denn auch zahlreiche Steine in den Weg gelegt, nicht zuletzt aus Kreisen etablierter Museen. Muggler, der sein Werk mit einem unglaublichen Mass an Idealismus und anfänglich aus rein privaten Mitteln aufgebaut hat, litt menschlich sehr unter diesen Widerständen. Dass er dennoch durchgehalten hat, ist seiner enorm willensstarken Persönlichkeit und der tiefsten Überzeugung von der Richtigkeit seines Tuns zu verdanken. Die Tatsache, dass das Kulturama aus rein privater Initiative entstanden ist, eine solche Bildungsinstitution aber üblicherweise von der Öffentlichkeit getragen wird, führte zudem aus finanziellen Gründen zu fünf Standortwechseln innerhalb der Stadt Zürich. Schliesslich waren es Politiker und Politikerinnen auf städtischer und kantonaler Ebene, die den Wert von Mugglers Tätigkeit erkannten und die Existenz des Museums mit öffentlichen Mitteln zunehmend abzusichern halfen. Mit der Bewilligung der Neueröffnung in der städtischen Liegenschaft Englischviertelstrasse 9 im Jahr 2001 und der Eröffnung der Museumserweiterung im Frühling 2006 haben Stadt- und Gemeinderat die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt.
Mit der Gründung und dem Aufbau eines speziell auf Museumspädagogik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgerichteten didaktischen Museums hat Paul Muggler Pionierarbeit geleistet zu einem Zeitpunkt, als der Begriff und die Wichtigkeit der Museumspädagogik (ganz im Gegensatz zu heute) und der populärwissenschaftlichen Vermittlung noch gar nicht geläufig war. Es hat ihn sehr gefreut mitzuerleben, dass sich das Kulturama in diesem Bereich heute zu den aktivsten und innovativsten Museen der Schweiz zählen darf. An seinem 88. Geburtstag erhielt Paul Muggler die Ehrenmedaille des Stadtrats für sein Lebenswerk und die damalige Schulvorsteherin Monika Weber zeichnete ihn als „Magister honoris causa“ der Stadtzürcher Volksschule aus.